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MIT DEM SCIENCE & FICTION MANAGER
PARALLELWELTEN SCHAFFEN
 
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Überarbeiteter Vortragstext

Fest-Vortrag anlässlich der
30-Jahr-Feier IDEE SUISSE
im Technopark Zürich am 6.12.2011
Die präsentierten Elemente des S&F Managements wurden vom Autor entwickelt und fast alle in Unternehmen erprobt.


MIT DEM SCIENCE & FICTION MANAGER PARALLELWELTEN SCHAFFEN

Warum S & F Manager?
Das heutige Innovationsmanagement ist inzwischen in genormten, „bewährten“, Prozessen – zumindest in gewissen Teilen - erstarrt, da und dort gar kontraproduktiv für Innovation geworden. Eine Auffrischung scheint nötig: Innovation der Innovation.

Wenn „Science“ als Wissenschaft/Technik/Produkt und „Fiction“ als Kreativität/Phantasie/Innovation verstanden wird, ist der S UND F Manager keine Science Fiction Figur, sondern jemand, der sich auf besondere Weise der Science UND der Fiction im Innovationsprozess widmet: Er hat die Aufgabe, Vorstellungsvermögen und Kreativität im Unternehmen zu fördern und  „Parallelwelten“ einzurichten, in denen wirklich innovativ gedacht und entwickelt werden kann – auch in oder gegen bestehende Prozesse

Parallelwelten
Parallelwelten sollen also
- punktuelle
- temporäre
Alternativen zur aktuellen Praxis sein. Sie sind keine abgeschotteten Welten sondern dienen der „normalen“ Welt als Brutstätten für Experimente und Neues.

Der Unterschied zum Innovationsmanager
Der S&F Manager verändert und erweitert einige Elemente des heutigen Innovationsmanagements. Er will Innovation nicht nur managen, sondern ermöglichen. Er versteht sich als Experimentator, nicht als Exekutor.


Parallelwelt 1:
Infrastruktur für Höhenflüge
Räumliche Neu-Inszenierungen, in denen Neues leichter gedacht werden kann:

A.
Raus aus dem Laptop
D.h., Ideen nicht wie heute meist üblich, in Datenbanken und Laptop speichern, sondern auf einfachen Flipcharts an die Bürowände hängen, um ständig daran weiterentwickeln zu können - nicht erst, wenn der Rechner hochgefahren und das entsprechende Fenster geöffnet ist.  Das sperrige Flipchart hilft, die Ideen nicht in Prozessen und Datenbanken versanden zu lassen. Es ist dafür kein teures Equipment erforderlich (im Gegenteil: Whiteboards und Copyboards sind eher hinderlich, weil unbeweglich), es genügen Flipchartpapier, Filzstift und Tesakrepp („FFT“).

B.
Pareto-Räume: Meetingräume ausräumen und vereinfachen.
D.h., aus den heutigen Meetingräumen und Büros 80% der Tische (die ohnehin nur Abstellfläche für Getränkeflaschen, Gläser und Laptops sind) und 20 % der Stühle rausnehmen. Die meisten Meetingräume sind mit Tischen und Stühlen überfrachtet, verunmöglichen damit freie Bewegung und bequemes Arbeiten an den Wänden.

Mit Beamer-Projektionen kann nicht gemeinsam gearbeitet werden. Meetingräume brauchen daher Papiere an der Wand, um Dinge schnell festhalten und Ideen weiterentwickeln zu können. Erstaunlicherweise wird heute immer noch teueres, aber ineffizientes  Equipment dem einfachen aber effizienten vorgezogen – auch im Innovationsmanagement!

Dies gilt grundsätzlich für alle Meetingformen – nicht nur für Ideenfindungssitzungen.


Parallelwelt 2:
Mit Philip K. Dick kreativ denken

A.
SF Literatur als Trainingsfeld für kreatives Denken
Science Fiction Literatur (z.B. von P.K.Dick) – so schlecht sie auch unter literarischen Gesichtspunkten  zuweilen sein mag – kann das eigene kreative Denken trainieren. Die Darstellung ungewöhnlicher Ideen, ungewöhnlicher Techniken und Welten zeigt, was alles möglich ist und zeigt damit auch mir, was ich denken könnte (wenn ich wollte). Es senkt die Grenze für das bisher für unmöglich Gehaltene und erweitert so meine Vorstellungskraft. In SF Literatur steht all das, was möglich ist und ist somit Fachliteratur für den Entwickler,  für den Innovator.

B.
Mit „Star Trek“ die Welt anders sehen
In der Star Trek Filmserie gibt es die drei Protagonisten: Mister Spock, den Alien von einem anderen Planeten, dann den kreativen Engineer Scotty („beam me up Scotty“)  und den smarte Captain Kirk. 

Alle drei reagieren auf Neues auf unterschiedliche Weise. Ihre typischen Sichtweisen:
- Spock: „Interessant! - warum eigentlich nicht?!“
- Engineer Scotty: „Das könnte gehen, wenn man ...“
- Captain Kirk (nach Abwägung zwischen Risiko und Chancen): „Das probieren wir“.

Alle drei Sichtweisen können bewusst eingenommen werden, um wegzukommen, von der üblichen Sichtweise. Die Star Trek Metapher hat sich auch hervorragend als Bewertungsverfahren für Ideen bewährt.


Parallelwelt 3:
Bord-Klima und Bord-Routinen verändern

Bestehende Standards und Routinen im Unternehmen ganz anders inszenieren und dadurch ein innovativeres Klima schaffen:

A.
Schweigende Meetings
D.h., in Meetings darf nicht gesprochen werden, die Agenda muss aber trotzdem abgearbeitet werden. Es geht dabei nicht um „kontemplatives Schweigen“ sondern darum, dass die Teilnehmer nur schriftlich über das Flipchart miteinander kommunizieren.

Verschiedene positive Effekte entstehen dadurch: man „hört sich besser zu“, Vielredner können nicht mehr so stark dominieren, die Agenda ist erfahrungsgemäss schneller abgearbeitet als mit Redeerlaubnis, da eine hohe Konzentration erzeugt wird.

B.
Alien in Residence
D.h. ein fachlich vollkommen Fremder arbeitet im Unternehmen als Gleichberechtigter an konkreten Aufgaben und Projekten mit. Also z.B. ein Modedesigner in der Entwicklung von Fahrzeugkupplungen oder ein Theatermann in der Chemischen Industrie. Die vollkommen andere Denkweise des „Aliens“ erfordert, ganz anders zu kommunizieren, anders zu arbeiten, anders zu denken: Bisherige Routinen, eingefahrene Gleise und übliche Prozesse werden nicht mehr funktionieren - Die Zusammenarbeit und das Innovationsklima wird sich zwangsläufig verändern.

Wichtig dabei ist, dass der Alien das Team wieder verlässt, sobald sich neue gemeinsame „Bord“-Routinen herausgebildet haben, die das Neue wieder behindern. Es geht also nicht darum, einen Fachfremden „einzuarbeiten“, sondern darum, bewusst das Fachfremde möglichst lange aufrecht zu erhalten.


Copyright 2011 Arno Dirlewanger





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"Bionik und Innovation"
"Mr. Spock - I presume?! Science Fiction in German Companies"
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