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"Dirlewanger Innovations Impulse"  
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Nr. 3, 2002


Impuls 1 --------------------------------------------------------------------

Moshe Feldenkrais ist der zweite Querkopf, den wir in unserer Reihe "Querköpfe" über Menschen und Ideen, die uns angeregt und bereichert haben, vorstellen.

Feldenkrais wurde 1904 in Russland geboren und  ging als 15jähriger nach Palästina. Er studierte in Paris Physik und Ingenieurwissenschaften, arbeitete mit Joliot-Curie zusammen und im Krieg als Forschungsoffizier der britischen Admiralität. Später war er Direktor einer Armeeabteilung des israelischen Militärs. Er forschte auf dem Gebiet der Neuro-Physiologie und -psychologie, und 1949 erschien sein erstes Buch "Body and mature behaviour". 1984 ist M. Feldenkrais gestorben.

Selbst Naturwissenschaftler, interessierte ihn immer der "ganze" Mensch: seine Körperlichkeit wie auch das, was sich z.B. in seiner Körperhaltung als Gestimmtheit ausdrückt, Ängste, Bedürfnisse, Sehnsüchte.

Er entwickelte eine inzwischen weltweit geschätzte Methode, "Bewusstheit durch Bewegung" zu erlernen. Was seine Methode von allen anderen Bewegungslehren unterscheidet ist, dass sie von minimalen, aber achtsamen Veränderungen in den selbstverständlichen Bewegungsroutinen ausgeht, die das dynamische Gleichgewicht des gesamten Systems beeinflussen können.

Nicht nur bei starken körperlichen Beschwerden oder gar Traumatisierungen, sondern auch zur Erhaltung und Wiedergewinnung befriedigender körperlicher und geistiger Beweglichkeit hat sich die Feldenkrais-Methode bewährt.

Seine Vorgehensweise steht quer zu allen Ideen und Konzepten leistungsbezogenen, schnellen und ehrgeizigen Lernens, er betont dagegen die individuellen Verschiedenheiten von Rhythmus und Tempo.

Feldenkrais war ein beharrlicher und leidenschaftlicher Befürworter des körpergestützten Lernens und ging dabei von Einsichten und Annahmen aus, die durchaus viel mit Kreativität zu tun haben und systemischen Sichtweisen nahe stehen. So spürte er über die Beobachtung körperlicher Bewegungsroutinen festgefahrenen Denk- und Fühl-Mustern nach und ermutigte dazu, Fehlhaltungen nicht einfach weg zu trainieren, sondern ihren Sinn zu begreifen. Er regte an, unablässig Gewohntes in Frage zu stellen und damit Raum für Neues zu schaffen.

Indem er Menschen zeigte, wie sie ihre physiologischen Möglichkeiten anders nutzen können, zielte er auch auf die Erweiterung der mentalen: "Von sich selbst Gebrauch machen" zu lernen, ist seine Formulierung dafür.

Literatur-Tip: M. Feldenkrais "Bewusstheit durch Bewegung", 1978 (geeignet als Einführung, enthält auch 12 Übungs-Lektionen)

Impuls 2 --------------------------------------------------------------------

Ohne zu wissen, welche von zwei Alternativen die günstigere ist, ist die Wahl reiner Zufall. Denkt man.

Häufig ist man in der Situation, zuzugreifen ohne zu wissen, ob das, was danach kommt nicht doch besser wäre (gilt auch für Ideen!). Beispiel: Sie wissen, dass der Händler X heute und morgen einen preisgünstigen PC anbietet. Nächste Woche wird der gleiche PC vom Händler Y für 2 Tage angeboten. Wenn Sie heute kaufen, kann es sein, daß das Angebot nächste Woche günstiger ist. Es kann aber auch ungünstiger als das jetzige sein. Sie sollten also zugreifen?

Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie sich ärgern ist 50%, die Wahrscheinlichkeit, dass Sie ein Schnäppchen machen ebenfalls 50%, alles also purer Zufall. Es ist egal ob Sie heute zugreifen oder nächste Woche. Denkt man.

Der Rahmen scheint logisch so eindeutig zu sein, daß es sich nicht lohnt, darüber nachzudenken, ob die Gewinnchance verbessert werden kann.

Doch mit einem ungewöhnlichen und dennoch sehr einfachen Ansatz bietet die noch junge "Mathematik strategischen Denkens" als Teilgebiet der Wahrscheinlichkeitstheorie eine Strategie an, mit der Sie Ihre Erfolgs-Wahrscheinlichkeit erhöhen können!

In dem PC-Beispiel wissen Sie aus Erfahrung, dass der Preis nicht unter EUR 1000.- und nicht über EUR 2000.- liegen kann.

Die Strategie Z besteht nun darin, dass Sie sich einen Betrag Z denken, der beliebig zwischen EUR 1000.- und EUR 2000.- liegt (Z.B. EUR 1300.-). Sie kaufen den PC heute, wenn das Angebot von X billiger ist als ihr gedachter Betrag Z, wenn nicht, kaufen Sie nächste Woche das Angebot Y.

Es gibt nur drei mögliche Ereignisse:
A): X und Y sind beide kleiner oder gleich Z
B): X und Y sind beide größer oder gleich Z
C): Z liegt zwischen X und Y (einschließlich).
Im Fall A wählen Sie laut Strategie Angebot Y und im Fall B das Angebot X. In beiden Fällen machen Sie also ein Schnäppchen mit 50%iger Wahrscheinlichkeit. Reiner Zufall.

Im Fall C aber gewinnen Sie mit 100%iger Sicherheit das Schnäppchen! Denn, wenn Ihr gedachter Betrag Z zwischen beiden Angeboten liegt, wählen Sie automatisch das günstigere Angebot, egal ob es X oder Y ist! Rechnerisch ist Ihre Gewinnwahrscheinlichkeit mit der Strategie Z um b/2 höher als bei der einfachen Zufallswahl ohne Strategie. Und b ist größer Null.

Wie sich diese Strategie noch verfeinern lässt, zeigen wir in einem der nächsten IMPULSE.

(Quelle: Spektrum der Wissenschaft Nr. 6/2000)

© 2002 Arno Dirlewanger


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"Dirlewanger Innovations Impulse" Nr. 3, 2002
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